Tennisclub Weiß-Rot Wismar e.V.
Tennis in der Hansestadt Wismar
"Ich habe jede Minute des Trainings gehasst, aber ich sagte mir: 'Hör nicht auf. Leide jetzt und lebe den Rest deines Lebens als Champion' " Muhammad Ali

Zur Chronik der Sektion Tennis der TSG Wismar

Geschrieben von Erich Gläwke im März 1979

Mit der Bildung des sozialistischen Staates auf deutschem Boden - der Gründung der DDR -, die 1949 die Neugestaltung unseres Lebens auf allen Gebieten einleitete, vollzogen sich auch in der Entwicklung des Sports umfassende Veränderungen.

Unter den gesellschaftlichen Bedingungen des Sozialismus hat sich der Sport im Interesse und zum Wohle der gesamten Bevölkerung entfaltet.

Insbesondere geschah im Tennissport ein übergreifender Veränderungsprozess.

Der weiße Sport, der zu früheren Zeiten nur einer elitären Schicht vorbehalten war, bot jetzt Werktätigen sowie Schülern und Studenten gleiche Möglichkeiten der Ausübung dieser Sportdisziplin, die sich somit zum Breitensport zu entwickeln begann. An vorderster Stelle zur Wiederbelebung bzw. Neuformierung des Tennissports standen die Gewinnung von Tennisbegeisterten und des Auf- und Ausbaus von Tennisplätzen. Ende 1950, Anfang 1951 wurden in der TSG Einheit Wismar 28 Mitglieder für die Ausübung des Tennissports geworben. Diese beteiligten sich unter der Leitung des Sportfreundes Ulrich Clausen am Bau von zwei am Wendorfer Weg gelegenen Tennislätzen. Am 06.07.1951 konnten diese beiden Plätze in Betrieb genommen werden. Die Anzahl Tennisinteressierter erhöhte sich binnen kurzer Zeit auf 43 Mitglieder.

Im Oktober 1951 wurde Sportsfreund Ewald Piontke zum Leiter der Sektion Tennis gewählt. Im April 1952 fand die erste Fachausschusssitzung des Landes Mecklenburg statt, an der führende Mitglieder dieser Sektion teilnahmen.

Am 28.11.1952 konstituierte sich der Kreisfachausschuss Wismars, dem anfangs Sportsfreund E. Piontke vorstand.

Im Laufe des Jahres 1952 fanden auch in der BSG Motor Wismar Tennisbegeisterte zueinander, die die Rekonstruktion von zwei Tennisplätzen (aus der Zeit des vor dem 2. Weltkrieg bestehenden Turn- und Spiel - Vereins "Wismar 60") in Angriff nahmen.

Im Juni 1953 waren die ersten zwei Tennisplätze des BSG Motor am Jahnplatz spielfertig hergerichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten unter anderem unsere Sportsfreunde Oberg und Hamke auf den Plätzen am Wendorfer Weg als Gäste bei Einheit Wismar trainieren.

Den nun ab 1953 bestehenden zwei Tennissektionen gehörten seit dieser Zeit folgend genannte Sportsfreunde, die noch heute (1979) in unseren Reihen den Tennissport betreiben, an:

Ewald Piontek, Ilse Oberg, Werner Hagen, Wolfgang Hamke, Erich Gläwke, Hanna Klüver, Ruth Gläwke

Im Laufe des Jahres 1953 wurde der K.F.A erweitert. Sportsfreund W. Hagen wurde als Vertreter des BSG Motor nominiert und übernahm 1954 dessen Leitung. In den weiteren Jahren bis 1956 konnten beide Sektionen den Bau von je zwei weiteren Tennisplätzen am Wendorferweg und am Jahnplatz unter aktiver Mithilfe der Mitglieder bewerkstelligen.

Somit waren hinreichende Ausbildungsstätten sowie Trainingsmöglichkeiten geschaffen, um erfolgreiche Mannschaften zu Freundschafts- und Wettspielen im Feld führen zu können. Die Mitgliederzahlen wuchsen von Jahr zu Jahr. In der heutigen Sektion noch eifrig sich betätigende Sportsfreundinnen und -freunde fanden in jener Zeit den Weg in eine der beiden Sektionen.

Genannt seien: Karl und Gertrud Blievernicht, Kurt und Herta Kronsbein, Heinz Wierutsch, Martin Ahlert, Heinrich Steffen, Uwe Hoot, Uwe Gläwke

Die bisherige Sektion Einheit erhielt mit der Umbenennung der TSG in "TSG Aufbau" ebenfalls diese Bezeichnung. Die Leitungen wechselten mehrfach. 1956 wurde Sportsfreund K. Blievernicht mit der Leitung der Tennissektion Aufbau betraut, ihm folgten in dieser Position Sportsfreund M. Ahlert. Beide gehörten in diesen Jahren dem BFA Rostock an:

K. Blievernicht für Aufgaben des Trainingswesens; M. Ahlert der Kommission Spiel und Sport

In der Tennissektion "Motor" übernahm 1956 Sportsfreund Erich Gläwke die Geschäfte des Technischen Leiters. 1959 war eine Spielstärke bzw. die Eingliederung in nachbenannte Klassen erreicht, die die Nutzung der gebotenen Trainingsmöglichkeiten positiv aufzeigte:

Bezirksliga: Herren (MotorWismar I)

Bezirksklasse: Herren (Aufbau Wismar I)

Bezirksklasse: Damen (Motor Wismar I und II; Aufbau Wismar I)

Kreisklasse: Herren (Motor Wismar II; Aufbau Wismar II)

Im Jugendwettbewerb stand Aufbau Wismar an 7. Stelle und Motor Wismar an 8. Stelle bei 16 teilnehmenden Satzungen.

Wesentlichen Anteil an den Mannschaftserfolgen hatten Sportsfreundin I. Oberg und W. Hagen, die höchst beachtliche Einzelleistungen aufweisen konnten. Im Jahre 1961 erfolgte im Zuge des Zusammenschlusses der Sportgemeinschaften Aufbau und Motor auch die Vereinigung der beiden Sektionen und zwar zur Tennissektion des ab nun bestehenden - TSG Wismar.

Die Sektionsleitung bildeten die Sportsfreunde: H.W. Friederich (Leiter), K. Blievernicht und I. Oberg (Übungsleiter), W. Hagen (Vorsitzender K.F.A.), H. Wierutsch (Kassengeschäfte), E. Gläwke (Technischer Leiter).

Die Bedeutung des Jugendsports für die rechtzeitige Ausbildung eines erfolgreichen Nachwuchses floss ab nun zielgerichtet in das Trainingsprogramm der Sektion Tennis ein. In Durchsetzung der nun systematisch erfolgenden Nachwuchsbildung fand Sportsfreund K. Blievernicht, der sich während einer Lehrwartausbildung mit ausgezeichnetem Erfolg das nötige Rüstzeug erworben hatte, ein ausgedehntes Betätigungsfeld. Ihm assistierte Sportsfreund D.J. Gläwke. Von den Früchten dieser Arbeit zehrt heute noch unsere Sektion. Erfolgreiche Spieler unter anderem:

H. Grabarczyk, U. Klemt, J. Hagen, G. Nölter, H. Grobelin, J. Rux, G. Füllkel, S. Umland

1964 wurde die I. Herren-Mannschaft in der Bezirksklasse Sieger und errang somit den Aufstieg in die Bezirksliga. Die Damen konnten sich den 4. Platz erhalten und rückten 1965 auf den 2. Platz bei 6 teilnehmenden Mannschaften. 1968 als Bezirksmeister misslang den Damen bei einer knappen 4:5 Niederlage leider der Aufstieg in die Verbandsliga.

Als Einzelspielerin tat sich in dieser Zeit besonders die Sportsfreundin Ursula Hoot hervor, die in der Bezirksrangliste der Damen einen vorderen Platz einnahm. Der Sektion Tennis standen bisher 8 Plätze zur Verfügung - je 4 am Wendorferweg und am Jahnplatz. Im Laufe der Zeit blieben die Plätze am Wendorferweg mehr und mehr ungenutzt.

Lagebedingt und nicht zuletzt den Erfordernissen gesellschaftlicher Tätigkeit zufolge, bildete sich eine Ballung des Trainingsbetriebes am Jahnplatz heraus. So wurden anfangs 2. Plätze und in den weiteren Jahren bis 1968 auch der 3. und 4. Platz am Wendorferweg an die Sektion "Volleyball" abgetreten.

Da die verbliebenen 4 Plätze am Jahnplatz den Trainingsanforderungen nicht mehr entsprachen, stellte die Leitung der TSG Wismar Mittel bereit, als Äquivalent zu den Volleyballspielern gebotenen besseren Übungsmöglichkeiten, am Jahnplatz einen fünften Tennisplatz zu bauen. Dieser wurde neuen spieltechnischen Erkenntnissen entsprechend und um insbesondere eine alljährlich frühzeitige Trainingsaufnahme zu ermöglichen, als Hartplatz ausgeführt. (1972 fertig)

Hierzu gab es unter den Sektionsmitgliedern viel "Für und Wider" zu diskutieren, doch der Fortschritt setzte sich durch.

Es ist der Lauf der Zeit, doch insbesondere das Symptom unserer sozialistisch-demokratischen Leitungsmethode, gealterte - wenn auch bewährte Führungskräfte - durch eine auserlesene, aufgeschlossene wie tatkräftig voranstehende Jugend abzulösen. So nahmen also mit den Wahlen 1972 jüngere Sportsfreunde die Geschäfte der Sektion in die Hand:

Uwe Hoot (Sektionsleiter), Uwe Gläwke (Technischer Leiter), Martin Ahlert (Übungsleiter), Helmut Grabarczyk, Brigitte Hamke und weitere.

Die Fortsetzung dieser Aufzeichnungen, die einer Annalenschreibung über die Geschichte des Tennis in Wismar seit Gründung der DDR und über die Entwicklung des weißen Sports zum Breitensport dienen sollen, mögen berufene Funktionäre der 70-iger Jahre übernehmen.

 

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